Druckverfahren

Druckverfahren

Unter dem Begriff Druckverfahren oder Drucktechnik werden alle Verfahren zur Vervielfältigung von Druckvorlagen zusammengefasst.

Buchdruck          

Hochdruckverfahren

Das älteste Druckverfahren. Erfinder des modernen Buchdrucks war Johannes Gutenberg.Druck mit beweglichen Lettern. Die druckenenden Teile sind erhaben. Abgedruckt werden nur die hochstehenden Linien, Stege oder Flächen der Druckform.

Heutzutage werden Bücher im Offsetdruckverfahren gedruckt

Offsetdruck         engl. to set off / offset bedeutet `absetzen`. Es handelt sich um ein indirektes Flachdruckverfahren. Es beruht auf dem unterschiedlichen  Benetzungsverhalten verschiedener Stoffe. Grundlage ist die Oberflächenstruktur des Druckplatte. Es wird nicht

direkt von der Druckplatte auf Papier gedruckt, sondern die Farbe erste auf eine andere Walze ( offset ) übertragen oder abgesetzt.  Diese nennt man Gummituchzylinder. Der Druck erfolgt im Rationsprinzip. Entscheidend ist der Anpressdruck zwischen den Zylindern.Randscharfer Ausdruck, keine Quetschränder oder zackigen Ränder.

Bogenoffsetdruck       hohe Druckqualität & breites Produktionsspektrum. Visitenkarten, Briefbögen bis zu hochwertigen und umfangreichen Werbebroschüren  und Katalogen.

Rollenoffsetdruck       Papierbahn wird immer beidseitig bedruckt

Heatset Verfahren     Zeitschriften, Prospekt und Kataloge

Coldset Verfahren      Zeitungen, Taschenbücher

 

Tiefdruck                 Wirtschaftlich bei Druckauflagen von über 300.000 Exemplaren . z.B. Zeitschriften, Kataloge als auch Faltschachteln und Folienverpackungen

                                       Verfahren steht in Konkurrenz zum Rollenoffsetdruck

                                       Gedruckt wird auf saugfähigem Papier mit glatter Oberfläche  

Die druckenden Elemente sind vertieft. Die gesamte Druckform wird vor dem Druck eingefärbt und die überschüssige Farbe danach mit einem Rakel entfernt. Die Druckfarbe befindet sich in den Vertiefungen. Ein hoher Anpressdruck bewirken die Farbübertragung auf das zu bedruckende Papier.

Flexodruck             Hochdruckverfahren

Direktes Druckverfahren. Es handelt sich um ein Rollenrotationsverfahren. Es werden flexible Druckplatten (Gummi) und niedrigviskose Druckfarbe verwendet. Die erhabenen Stellen der Druckform sind Bildtragend. Im Flexodruck lassen sich viele Materialien bedrucken.

Bedrucken von Verpackungsmitteln aus Kunststoff (PE,PET,PVC,PS,PP,PC), Papier, Karton, Pappe, Getränkeverpackungen, Servietten, Tapeten, Latexballons und vieles mehr

 

Siebdruck                Durchdruckverfahren                   

Hier wird die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedruckt. An den Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundruchlässig gemacht.

Druck auf unteschiedlichsten Formen z.B. glatte Flächen  wie Folien, Platten als auch geformte Materialien wie Flaschen.  Bedruckung von Papier, Kunststoffe, Textilien, Keramik, Metall, Holz und Glas

                                       Grafischer Siebdruck                                         Werbeartikel, Kunstdrucke, Displays, Plakate, Bierkisten etc.

                                       Textildruck                                       T-Shirts, Sporttaschen, Bettwäsche, Bekleidung, Teppiche, Fahnen uvm.

                                       Industrie Siebdruck                        Solarzellen, Tastaturfolien, Heckscheibenheizungen uvm.

 

 

Digitaldruck           Hier wird das Druckbild direkt vom Computer in eine Druckmaschine übertragen, ohne dass eine feste Druckvorlage genutzt wird. Dies ermöglicht personalisierte Drucke für das Direktmarketing. Druckverfahren mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. (kostengünstiger als Offsetdruck)

Einsatz:  kleine Auflagen                Bücher in Kleinauflagenn ( unter 100 Stck.) personalisierte Bücher, Fotobücher, Kalender, Grußkarten etc.

                                       Privater Bereich:                            Tintenstrahl- und Laserdrucker

                                       Gewerblicher Bereich:                  Schnellkopierer/Laserdrucker in Copyshops

Großformatdruck (PVC-Banner, Meshgewebe, Canvas-Leinen etc.) – für Jahre im Aussenbereich einsetzbar und witterungsbeständig     

 

Transferdruck       Sublimationsdruck 

Der Farbstoff wird in den Trägerstoff sublimiert ( = eingedampft ). Es wird Spezialfolie und Spezialtinte verwendet und in ein Polyestergewebe eingedampft. Mit Hilfe einer Thermotransferpresse bis auf 200 Grad wird das Druckbild auf das Trägermaterial übertragen.  Bedruckung von unterschiedlichsten Materialien in Fotoqualität zu relativ geringen Kosten.  Der Druck ist relativ resistent gegen UV-Strahlung.  Die Tinte wird vom Material vollständig aufgenommen.

T-Shirts, Caps, Jacken  bis zu Baumwolltaschen.  

 

Flockdruck              Spezielle Form des Siebdrucks

Es wird statt Farbe ein Dispersionskleber mit Hilfe einer Schablone in Form des Druckmotivs  aufgetragen. In diesen nassen  Kleber werden dann Flockfasern eingestreut. Der Flock besteht aus Millionen kurz geschnittener Fasern.  Nach dem Druck erfolgt eine Trockung im Ofen, danach wird das Textil vom überschüssigen Flock befreit.

                                       Vorteile:  Der Flockdruck bewirkt besonders samtige und erhabene  Motive  (je nach Faser)

                                       Einsatz:  hauptsächlich im Bereich Texti z.B. T-Shirts und Caps

Textilien, Papier, Folien, Glas, Metall, Kunststoffe und Gummi.

 

Tampondruck       Tiefdruck  -  indirektes Druckverfahren – hps. Werbeartikelbranche

Das Druckbild wird auf ein Klischee belichtet. Dieses klischee wird dann ausgewaschen und das belichtete Druckbild bleibt vertieft auf der Oberfläche des Klischees zurück.  Es gibt Stahlklischees und Kunststoffklischees. Bei Stahlklischees wird das Druckbild in die Oberfläche geätzt. ( Nutzung bei hohen Auflagen).

Im Werbeartikelbereich werden hps. Kunststoffklischees eingesetzt. Diese besitzten auf der Oberfläche eine lichtempindliche Schicht, auf die das Druckbild belichtet wird. Beim Druck wird die Druckfarbe mit Hilfe eines Rakels aus Metall oder Kunststoff über das Klischee geschwemmt und mit Hilfe eines Messer wird die Farbe abgezogen. Die Farbe bleibt in der Vertiefung zurück.  Jetzt wird der Tampon an den Bedruckstoff herangeführt, passt sich der Form an und hinterlässt das Druckbild.

Vorteil:  Bedrucken von gewölbten Flächen möglich wegen des verformbaren flexiblen Tampons.

Einsatz:  auf allen Formen z.B. Spielzeuge, CDs, Feuerzeuge, Modeleisenbahnen. Im  Fahrzeugbau (z.B. Blinkerhebel Bedruckung) . Häufiger Einsatz in der Werbeartikelbranche

 

 

Auf die Arbeit schimpft man nur solange, bis man keine mehr hat.   

Sinclair Lewis